Warum wir einen neuen Antimilitarismus brauchen
In Kriegen wird zur Solidarität mit Staaten aufgefordert. Linke sollten sich dieser Logik verweigern
Für uns gilt auch weiterhin: Die zentrale Konfliktlinie verläuft nicht zwischen Staaten und geopolitischen Blöcken. Sie verläuft, widersprüchlich und umkämpft, zwischen unten und oben. Zwischen denen, die das Leben hervorbringen und verteidigen, und denen, die profitieren von dessen Ausbeutung, Verachtung, Enteignung und Unterdrückung.
Der Krieg ist kein neues Instrument in der Bearbeitung dieser Kämpfe, sondern er ist ein Mittel der Mächtigen, der Herren, der Verfügenden (beziehungsweise derer, die es gerne wären), um Kontrolle über sich ihnen Widersetzende zu erlangen. Er dient seit jeher den Metropolen, ihre Vormachtstellung im globalen Macht- und Produktionsgefüge gegenüber der Peripherie abzusichern. Krieg ist die radikalste Form der Unterdrückung. Wenn die derzeitigen Kriege insofern aber in direkter Kontinuität zu jenen imperialistisch-kapitalistischen Kriegen der Vergangenheit stehen, warum braucht es dann jetzt einen neuen Antimilitarismus?
Alltag Kriegsregime
Wir könnten auf die rekordhohe Zahl von Kriegen im Jahr 2025 verweisen. Zugleich wissen wir, dass sich menschliches Leben und Elend nicht quantifizieren lassen… mehr

