Aufruf an die Freunde Kubas zur Spende für Solaranlagen auf Kuba

Krise auf Kuba: Kein Essen, kein Sauerstoff

Andreas Knobloch - nd

Trotz US-Blockade geht der Alltag in Kuba zunächst weiter – aber die Katastrophe rückt näher

Jedes in Havanna einlaufende Schiff wird dieser Tage sehnsüchtig beäugt. So wie zwei Versorgungsschiffe der mexikanischen Marine, die vor wenigen Tagen 814 Tonnen Hilfsgüter brachten, darunter Grundnahrungsmittel wie Milchpulver, Fleischprodukte, Bohnen, Reis, Fischkonserven und Pflanzenöl. Die Lieferung schürte Hoffnung. Zugleich waren die Schiffe Vorboten der sich anbahnenden humanitären Katastrophe. bannerdeliver

Das letzte Schiff davor war ein mit 85 000 Barrel Öl beladener Tanker gewesen, der ebenfalls aus Mexiko kam. Das war am 9. Januar. Seitdem ist keine Öl- oder Treibstofflieferung mehr ins Land gekommen. Ende Januar drohte US-Präsident Donald Trump allen Ländern mit Strafzöllen, die Kuba weiter mit Erdöl oder Ölderivaten beliefern. Dem hat sich bislang kein Land zu widersetzen gewagt.

»Im Grunde ist es eine Frage von Wochen, bis kein Benzin mehr da«, sagt Bert Hoffmann, Lateinamerika-Experte am GIGA-Institut. »Und wenn kein Benzin mehr da ist, dann kommt nicht nur der Tourist nicht vom Strand zum Flughafen, sondern auch die Lebensmittel vom Land nicht in die Stadt. Das ist ein unglaublich düsterer Horizont. Aber die Stimmung ist überhaupt noch nicht so.« …  mehr