
Die Linke sagt: Es ist ein Genozid
Parteitag in Potsdam beschließt Antrag zu Israel und Palästina mit geänderter Wortwahl. Existenzrecht Israels bleibt »unverhandelbar«
Die Worte von Vered Berman und Aida Touma-Sliman auf dem Linke-Bundesparteitag werden bei vielen Delegierten lange nachwirken. Beide Frauen sind israelische Staatsbürgerinnen. Berman ist Enkelin von Holocaust-Überlebenden und Touma-Sliman ist arabische Knesset-Abgeordnete für das linke Bündnis Hadash und Kommunistin. Beide Frauen erhielten lang anhaltenden Applaus.
Die eindringlichen Reden der beiden könnten maßgeblich dazu beigetragen haben, dass am späten Freitagabend ein Positionspapier zu Israel und Palästina nach verhältnismäßig sachlich geführter Debatte beschlossen wurde, für das palästinasolidarische und Parteigruppen, die gegen »jeden Antisemitismus« kämpfen, der jeweils anderen Seite weitreichende Zugeständnisse machten.
Vered Berman sprach am Freitagabend über selbst erfahrenes Leid – und über das andauernde Leid in den palästinensischen Gebieten. Als 19-Jährige hat Berman ihre Mutter verloren: Sie starb bei einem Selbstmordattentat eines jungen Palästinensers. Kein Kind solle auf diese Weise zur Waise werden, und kein Vater – ihr Großvater – solle gezwungen sein, die eigene Tochter zu Grabe tragen zu müssen, sagte Berman … mehr
