Gedenktafel am Geburtshaus in Dresden und Stolperstein vom letzten Wohnort in Berlin-Moabit

Hans Otto

10. August 1900 – 24. November 1933

Wer kennt nicht das Hans-Otto-Theater in Potsdam? Aber wer war Hans Otto?
Er war einer der ersten kommunistischen Künstler, die von den Faschisten ermordet wurden.

In Dresden als Sohn einer Beamtenfamilie geboren, ging er mit Erich Kästner in dieselbe Klasse. Entgegen den Wünschen der Eltern, Kaufmann zu werden, nimmt er Schauspielunterricht. Er spielte in vielen Theatern, so u.a. in Frankfurt am Main unter Intendant Adam Kuckhoff, Gera, Zeitz, Hamburg und dem Staatlichen Schauspielhaus in Berlin und galt als hoffnungsvoller talentierter Schauspieler.

1923 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei und erster Vorsitzender des Arbeiter-Theaterbundes, Bezirk Berlin, und Instrukteur für Berliner Agitpropgruppen und leitete später die Gruppe „Film-Bühne-Musik“ in der Revolutionären Gewerkschaftsopposition, die von der KPD ins Leben gerufen worden war.

Entgegen vieler Warnungen blieb er in Deutschland. Im Februar 1933 wurde Otto nach den Vorgaben der faschistischen Kulturpolitik gekündigt. Gegen seine Entlassung protestierte Bernhard Minetti. Otto verließ das Theater und schloss sich dem illegalen Widerstandskampf an. Ein Angebot von Max Reinhardt, nach Wien zu wechseln, nahm er nicht an.

Am 14. November 1933 wurde Otto bei einem illegalen Treffen von der SA verhaftet, in verschiedene SA-Kasernen verschleppt und schwer misshandelt. Trotz eigener schwerer Wunden spendete er Mithäftlingen Trost und Zuspruch.  Letztlich wurde er ins  Gestapo-Hauptquartier Prinz-Albrecht-Straße und später in die Voßstraße 11, den Sitz der NSDAP-Gauleitung Berlin, verschleppt. Hier stürzte die Gestapo Otto nach einem Verhör aus dem dritten Stockwerk, um einen Suizid vorzutäuschen. Er starb am 24. November 1933 an seinen Verletzungen im Berliner Polizeikrankenhaus.
Goebbels verbot die Bekanntgabe seines Todes und die Teilnahme am Begräbnis.
Trotz Verbotes war Bernhard Minetti anwesend und Gustaf Gründgens bezahlte die Beisetzung.

Hans Otto ist auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf beerdigt. Das Grab ist seit 14. August 2018 Ehrengrabstelle des Landes Berlin.
Die Gedenktafel für Hans Otto befindet sich an seinem Geburtshaus, Frühlingstraße 12 in Dresden. Der Stolperstein wurde am Hansa-Ufer 5, in Berlin-Moabit verlegt.

(Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stolpersteine in Berlin, Wikipedia)