Ein Kreisparteitag, der Hoffnung macht
Am 05. Juli 2025 kamen die Genoss:innen des Kreisverbandes Lausitz zu ihrer 1. Tagung des 10 Kreisparteitages im Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus zusammen. Sie hatten bis zum Nachmittag auch so einiges zu tun. Änderungsanträge zur Satzung des Kreisverbandes waren zu beschließen und ein neuer Kreisvorstand zu wählen.
Um dem starken Mitgliederzuwachs (ca. 100 Neueintritte seit der Landtagswahl im vergangenen Jahr) bei den Linken vor Ort Rechnung zu tragen, sollte eine neue Quote bei der Vertretung dieser wichtigen Gruppe im Kreisvorstand möglich gemacht werden. Darüber hinaus gab es noch keine Regelung zur Dauer der Legislatur des Kreisvorstandes. Auch die Möglichkeit ein Mitglied des Geschäftsführenden Kreisvorstandes bei vorzeitigem Ausscheiden nachzubesetzen, musste in die Satzung aufgenommen werden. All diese Regelungen wurden mit einer starken Mehrheit der Anwesenden beschlossen.
Eine Satzungsänderung hat es auf einem Parteitag der Linken so wohl noch nie gegeben. Konkret schlug der alte Kreisvorstand dem Parteitag eine Regelung zur Wahl des Kreisvorsitzes vor, in der es möglich werden sollte, dass eine Doppelspitze aus Frau und Mann sich gemeinsam als Team bewerben könnten, um auch gemeinsam direkt gewählt zu werden. Daneben wären Einzelpersonen ebenfalls noch wählbar. Die Linke praktiziert Doppelspitzen bisher noch ganz anders. So bedarf es einer Entscheidung des Parteitags im Vorfeld einer Wahl, ob eine Einzelperson oder eine Doppelspitze zu wählen ist, „Mit ungünstigen Konstellationen, die daraus hervorgehen könnten.“, so Yasmin Kirsten in ihrer Rede für den Änderungsantrag. Im Kreisverband Lausitz war bisher noch gar keine Doppelspitze möglich gewesen und die Last der Arbeit müsse sich auf deutlich mehr Schultern verteilen, äußert Christopher Neumann in seinem Bericht des Kreisvorstandes.
Der neue Vorstand
Bei der anschließenden Wahl hat sich die Zusammensetzung des Kreisvorstandes dann sichtlich verändert: Mit der Team-Doppelspitze bestehend aus Yasmin Kirsten und Christopher Neumann (mit 85% der Stimmen gewählt), ihren beiden Stellvertreter:innen sind Anja Krüger (98,3% JA-Stimmen) und Florian Neumann-Szonn (95% JA-Stimmen) sowie den mit überwältigenden 100% JA-Stimmen gewählten Kreisgeschäftsführer Jack Mateit und Kreisschatzmeister Mathias Kroll ist die Arbeit des Kreisverbandes auch für die nächsten zwei Jahre auf solide Füße gestellt. Im insgesamt 18-köpfigen Kreisvorstand (3 weibliche Plätze bleiben vorerst unbesetzt) wurden darüber hinaus Elke Franke, Juliane Lehmann, Peter Ehrentreich, Konstantin Gorodetzky sowie durch die Neumitgliederquote Mia Enenkel, Nick Heyn, Milan Dzykonski, Markes Zschau und Felix Körner gewählt.
Die Kreisvorsitzenden dankten zunächst allen Mitgliedern des alten Kreisvorstandes, die nicht erneut antraten und aktiven Genoss:innen, für ihre langjährige Mitarbeit. Alle nicht gewählten Genoss:innen sind in jedem Fall dazu aufgerufen, sich dennoch ganz direkt in die Arbeit des Kreisverbandes einzubringen.
Auch die Finanzrevisionskommission hat neue Unterstützung neben den bekannten Gesichtern erhalten. In ihr sitzen Annely Richter, Monika Meißner, Monika Forst und Andreas Kromer.
Zuletzt wurden auf dem Parteitag auch die Aufgaben für den neuen Kreisvorstand beschlossen. Im ungewöhnlichen Format einer Listenaufzählung kommen auf den neuen Kreisvorstand durch den Leitantrag zahlreiche neue Aufgaben zu, die in den kommenden zwei Jahren so einiges abverlangen werden.
Unter anderem wird es um die Stärkung der innerparteilichen Strukturen und eine Stabilisierung der Mittelzentren in Spree-Neiße gehen, damit auch dort die politische Arbeit weitergehen kann. Ein großer Bereich werden fortan zudem die Neumitglieder und deren politisches Wirken darstellen. Die Co-Kreisvorsitzende Yasmin Kirsten sagt dazu: „Es geht nicht darum neue Leute einzubinden, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst frei zu entfalten und politisch wirksam zu sein.“
Der neue Kreisgeschäftsführer Jack Mateit hat bereits Ideen gemeinsam mit dem neuen Kreisvorstand und den Genoss:innen des Kreisverbandes diese Aufgaben zu bewältigen. Sein erklärtes Ziel ist es stabile Bündnisse mit Vereinen, Gewerkschaften und Initiativen zu bilden und auf eine gezielte Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit hinzuwirken.
Auch die politische Bildung sowohl der eigenen Genoss:innen als auch derjenigen, die noch zu uns finden werden muss ein Schwerpunkt der Arbeit sein, da sich die gesellschaftlichen Bedingungen nicht gerade zum Positiven gewendet haben.
Der Parteitag wurde auch genutzt, um neue Mitglieder zu begrüßen und ihnen ihre Dokumente zu überreichen, sowie miteinander ins Gespräch zu kommen.
An dieser Stelle jedoch noch einmal ganz offiziell:
Herzlichen Glückwunsch an alle Gewählten und auf gute Zusammenarbeit in den nächsten arbeitsreichen Jahren!

