Am 12. Mai 2026 – Der 121. Geburtstag von Artur Becker in Spremberg
Ehrung zum 121. Geburtstag
Am Dienstag, den 12. Mai 2026 trafen sich um 10:00 Uhr Spremberger Linke am Denkmal von Artur Becker an der Kraftwerkstraße im Spremberger Ortsteil Trattendorf. Anlässlich seines 121. Geburtstag legten sie ein Blumengebinde nieder und tauschten sich in einem Gespräch zur Bedeutung dieser Ehrung aus. Überrascht waren wir, dass Bürger aus den Ortsteil kurz zuvor rings um das Ehrenmal ein wenig Grünpflege in Vorbereitung dieses Tages gemacht hatten. Vielen Dank dafür.
Trattendorfer Jugendkraftwerk Artur Becker
Das ehemalige Kohlekraftwerk in Trattendorf ging nach seiner Stilllegung im Jahr 1945 (Reparation) ab dem Jahr 1954 wieder schrittweise in Betrieb. Mit der damaligen Jugendorganisation FDJ wurde dazu ein Patenschaftsvertrag abgeschlossen, der diesen Aufbauprozess zu einem Jugendprojekt erklärte. Am 29. April 1959 wurde deshalb dieses Kraftwerk zum Jugendkraftwerk Artur Becker umbenannt. Nach der Wendezeit, 1990, wurde das Kraftwerk im März 1996 stillgelegt. Es war nicht nur ein Arbeitsort für viele hunderte Menschen, sondern auch ein Ort vielfältigster Kultur und Bildung. Neben einem Arbeiter-Varieté hatte das Jugendkraftwerk auch ein beheiztes Freibad, ein Kulturhaus für allerlei Veranstaltungen, eine Einrichtung zur polytechnischen Ausbildung, eine betriebliche Gesundheitseinrichtung mit Haus- und Zahnarzt, eine Betriebsbibliothek und ein Museum zur Kraftwerksgeschichte. All diese Dinge waren mit der Stilllegung 1996 endgültig Geschichte.
Artur Becker
Artur Becker, der seit August 1937 in Spanien an der Seite der spanischen Bevölkerung und der demokratisch gewählten Regierung gegen die rechtsgerichteten Putschisten unter General Francisco Franco im Bürgerkrieg (von Juli 1936 bis April 1939) kämpfte, war im April 1938 schwer verwundet in die Hände der Putschisten geraten und am 16. Mai 1938 in einem spanischen Gefängnis erschossen worden.
Krieg und Faschismus
Mit dem Kampf der faschistischen Putschisten aus Deutschland und Italien gegen die demokratische Regierung Spaniens wurden für die Rüstungsindustrie neue Waffen und Kampfformen ausprobiert. Mit Spreng-, Splitter- und Brandbomben wurde ein erster Luftangriff auf die spanische Stadt Guernica am 26. April 1937 durchgeführt. Die deutsche Legion Condor verübte diesen Angriff, der ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war, gemeinsam mit dem damals bestehenden italienischer Militärverband auf das Stadtzentrum Guernicas. Dieser forderte Hunderte von Toten unter der Bevölkerung und die fast völlige Zerstörung dieser Stadt. Letztendlich war das der Beginn und der Test für einen gezielten Militärschlag mittels Bombenflugzeugen aus der Luft.
Der Bezug zu heute
Dies fand im Zweiten Weltkrieg statt und wird bis heute massenhaft bei militärischen Auseinandersetzungen angewendet. Und immer richtet sich diese Art der Kriegsführung ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung und deren Infrastruktur zum Leben. Ob Alte und Kranke, ob Eltern und Jugend, ob Kinder und Gesundheitseinrichtungen, ob Schulen oder Kindertagesstätten oder der öffentliche Verkehr und Versorgungseinrichtungen. Dies waren und sind immer wieder die Hauptziele solcher Kriegshandlungen. Auch aus der Ukraine kam mit der Forderung nach immer mehr und besseren Waffen im Kampf gegen Russland das ukrainische Angebot, auf den ukrainischen Kampffeld letztendlich auch die Chance zum Ausprobieren neuer Waffen zu nutzen und bisherige Waffen in ihrer Wirkweise weiter zu testen. Da ist er wieder der Vergleichsbezug von vor 1939 und dem Heute. Ähnlichkeiten sind in verschiedenster Form vorhanden. Vor einer Kriegsgefahr in Europa wird in vielfältigster Art und in vielen Kreisen der Gesellschaft bereits gewarnt. Auch in der Europapolitik (Bist du nicht für uns, dann bist du gegen uns) und in der deutschen Bundespolitik (Wehrdienst und Kriegstüchtigkeit) wird eine Vorbereitung auf einen Krieg eingefordert. Der Feind ist klar durch die europäische Politik und die deutsche Bundespolitik ausgemacht. Deshalb auch unsere klare Forderung:
- Nein zur Wehrpflicht!
Fotos aus Trattendorf am 12. Mai 2026 von der Ehrung Artur Becker zu seinem 121. Geburtstag durch Spremberger Linke, am Denkmal, an der Kraftwerkstraße.

