Bildmontage vom Spremberger Marktplatz, am Abend des 09.11.2025, Pogromgedenken in Spremberg

09. November – Gedenken der Verfolgten des Nationalsozialismus

Gedenken am 09.11.2025 in Spremberg, Veranstalter war #unteilbar Spremberg

Die am Sonntag, den 09.11.2025, um 17 Uhr stattgefundene Gedenkveranstaltung mit Theaterstück, auf dem Spremberger Marktplatz war, neben einer Ausstellung auf dem Marktplatz Spremberg, ein Teil des städtischen Gedenkens an die Pogromnacht. Organisiert wurde sie vom Bündnis #unteilbar Spremberg mit Unterstützung des Bündnisses Demokratie Leben Spremberg. Eingeladen wurde die gesamte interessierte Spremberger Bürgerschaft. Zur Veranstaltung waren auch Abgeordnete der Spremberger Stadtverordnetenversammlung gekommen.

Zur Geschichte im Jahr 1938

Der 09. November 1938 war ein Mittwoch. An diesem Tag fand die Pogromnacht durch faschistisch verblendete Menschen in Deutschland statt: Juden wurden besonders seit diesem Tag in nie dagewesenem Ausmaß verfolgt, verschleppt und diskriminiert. Die damalige SS und Gestapo organisierten die Verschleppung zig‘-tausender jüdischer Männer, Frauen und Kinder. Dieser Tag gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. In der sogenannten „Reichspogromnacht“ brannten jüdische Geschäfte und Synagogen, Ärzte. Wissenschaftler und öffentlich Bedienstete durften in ihren Berufen nicht mehr arbeiten. Aufgehetzte deutsche Bürger ließen sich herab und vergriffen sich an viele ehemalige Nachbarn und Bekannte in ihren Städten, ihren Straßenzügen, ihren Stadtteilen, nur weil sie als Jude galten oder eine andere Gesinnung lebten. Sogenannte „Rassengesetze“ wurden in die Praxis umgesetzt. Das Pogrom steht für den Antisemitismus in Deutschland und den Wandel hin zu einer Entwicklung, die in der systematischen und bereits industriellen Ermordung der europäischen Juden und anderer Menschen mündete.

Auch in Spremberg gab es am 09. November 1938 und danach zahlreiche Übergriffe. Nicht zuletzt wurden auch in unserer Stadt zahlreiche Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Gesinnung neben Verschleppung und Inhaftierung u.a. zur Zwangsarbeit verpflichtet und auch Spremberger Firmen profitierten von dieser Art der Ausbeutung.

Wie gehen wir heute in Spremberg damit um?

Mit der Bildung einer AG Spurensuche haben sich in unserer Stadt zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus vielen Berufsgruppen, Alte und auch Junge, zusammengefunden und recherchieren zur Zeitgeschichte. Die Initiative ging von der evangelischen Kirchengemeinde, Region Spremberg aus. Unter diesem Dach setzen sie sich für ein tolerantes Miteinander und für die Sensibilisierung der Spremberger Geschichte ein. Jedes Jahr wurden die Namen von vielen Menschennach Recherchen bekannt, die unter den Bedingungen der Zeit des Nationalsozialismus zu leiden hatten oder gar deshalb den Tod fanden. Ihnen zum Gedenken gab es auch schon mehrere Stolpersteinverlegungen in unserer Stadt.

Die Spremberger AG Spurensuche hat im Jahr 2025 wieder neue Recherche-Ergebnisse zur Pogromgeschichte in Spremberg

Deshalb hatten sich auf gemeinsamer Einladung von #unteilbarSpremberg, der AG Spurensuche und dem Bündnis Demokratie Leben Spremberg wieder zahlreiche Spremberger Bürgerinnen und Bürger am 09. Nov. 2025 auf dem Marktplatz versammelt, um ihrer zu gedenken. Mit einem Kulturprogramm, eine kleine mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern dargestellte Erzählung zu neu bekannt gewordenen Einzelschicksalen, wurden wieder neue Namen genannt, die hier in unserer Stadt in dieser Zeit ihr Leben verloren und anschließend für die genannten Personen symbolisch eine Kerzen aufgestellt.

Auszeichnung: Dritter Platz für AG Spurensuche aus Spremberg

Alle zwei Jahre vergeben die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen gemeinsam den Franz-Bobzien-Preis, um damit Projekte in Brandenburg und Berlin auszuzeichnen, die sich für Demokratie und Toleranz stark machen und dabei auch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Blick haben. „Mit dem dritten Platz wurde die Arbeitsgemeinschaft Spurensuche aus Spremberg 2024 ausgezeichnet. Dies erfolgte für die Forschungsarbeit und Veröffentlichung der Biografien von Spremberger Bürgerinnen und Bürgern, die während der NS-Diktatur verfolgt wurden, die organisierten Verlegungen von Stolpersteinen, die Darstellung in sozialen Medien, durch Gedenkveranstaltungen und eine gestalteten Webseite.“

Quelle: Internetseite, am 2025-11-10

Demokratie in Spremberg – aktiv, wehrhaft, stabil!

Dass unsere Demokratie wehrhaft und stabil sein und aktiv gestärkt werden muss, dafür setzt sich nicht zuletzt auch unsere Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier persönlich ein und weiß, dass sie damit nicht allein in unserer Stadt steht. Die bürgerliche Beteiligung am Sonntag, den 09.11.2025, auf dem Spremberger Marktplatz, hat dies erneut bewiesen. Dafür steht auch die Beteiligung zahlreicher Mitglieder der Spremberger Linken an dieser Veranstaltung.