Viele Jahrzehnte lebten wir in Sicherheit. Seit Beendigung des Kalten Krieges schienen Ge-
walt und Grenzverschiebungen kein Mittel des politischen Diskurses zu sein. Doch diese
Gewissheit ist 2026 nicht mehr gegeben. Tod und Zerstörung sehen wir 81 Jahre nach Been-
digung des 2. Weltkrieges auch wieder in Europa.
Alljährlich bietet der 15. Februar, der Jahrestag der Bombardierung von Cottbus/Chóśebuz
im Zweiten Weltkrieg, Anlass zum Gedenken an die Schrecken von Krieg, Gewalt, Zerstö-
rung, aber auch an die Ursachen. Die mörderische Ideologie des Nationalsozialismus, Grö-
ßenwahn, Rassismus und Antisemitismus haben unermessliches Leid über die Menschen in
Europa gebracht.
Deshalb ist dieser Tag auch Anlass zur Rückbesinnung auf die Menschenwürde und die
Werte, auf denen unser friedliches und soziales Zusammenleben beruhen sowie auf das de-
mokratische System in Deutschland und den Ländern der Europäischen Union als Funda-
ment unseres Zusammenlebens. Die Erinnerungen und das Wissen um die Zerstörungskraft
und die Millionen Opfer des 2. Weltkrieges scheinen zu verblassen. Umso wichtiger ist es,
immer wieder an das Geschehene zu erinnern, denn die Bombardierung der deutschen Städ-
te war Folge des nationalsozialistischen Angriffskrieges. Verantwortung für die Zukunft be-
deutet ohne Geschichtsklitterung in die Vergangenheit zu blicken.
Aus diesem Anlass lädt der Cottbuser Aufbruch am 15. Februar 2026 um 15 Uhr zum
Gedenken auf den Altmarkt und anschließend um 16:30 Uhr in das Cottbuser Stadt-
museum zum Podiumsgespräch
„Zerstörung, Flucht, Integration – Prüfsteine unserer Zeit“ ein.

